600 Kilogramm sind bei der A22LS die eine Grenze, und sie ist leicht einzuhalten. Die zweite ist unauffälliger: Der Schwerpunkt muss zwischen 1,524 und 1,660 Metern hinter dem Antriebsflansch liegen — und aus diesem Fenster fällt man schon deutlich unterhalb der zulässigen Masse.

Stand: September 2026. Alle Werte stammen aus Abschnitt 6 des Betriebshandbuchs der A22LS mit den serienmäßigen 90-Liter-Tanks. Leermasse und Leermassenschwerpunkt im Beispiel stammen aus dem Wägebericht der D-MRBT vom 22. März 2023: 324,5 kg bei 1,573 m. Verbindlich sind dein Handbuch und dein gültiger Wägebericht — die Zahlen unterscheiden sich von Flugzeug zu Flugzeug.
Die Bezugsebene ist der Antriebsflansch
Alle Hebelarme werden von dort nach hinten gemessen, die waagerechte Bezugslinie ist die Rumpfmittellinie. Vier Zahlen genügen für die Rechnung:
- Besatzung: 1,600 m
- Kraftstoff: 2,000 m — ein Liter wiegt 0,72 kg
- Gepäckfach: 2,300 m
- Leermasse und ihr Schwerpunkt: aus dem gültigen Wägebericht
Die Grenzen dazu: höchstzulässige Abflug- und Landemasse 600 kg, Schwerpunkt im Flug zwischen 1,524 und 1,660 m hinter der Bezugsebene, was 23,3 bis 33,5 Prozent der mittleren Flügeltiefe entspricht. Für das leere Flugzeug gilt ein eigener Bereich: 1,491 bis 1,583 m bei den 90-Liter-Tanks, 1,491 bis 1,573 m bei den optionalen 114-Liter-Tanks. Dazu kommen die Grenzen der Zuladung: höchstens 10 kg im Gepäckfach, 90 Liter im Tank und mindestens 55 kg in der Kabine.
Die Rechnung in vier Zeilen
Jede Zeile ist Masse mal Hebelarm. Die Summe der Momente geteilt durch die Summe der Massen ergibt den Schwerpunkt. Beispiel für die D-MRBT mit den Werten ihres Wägeberichts — 324,5 kg Leermasse, Leermassenschwerpunkt 1,573 m; deine Zahlen stehen in deinem eigenen Wägebericht:
| Position | Masse | Hebelarm | Moment |
|---|---|---|---|
| Leermasse laut Wägebericht | 324,5 kg | 1,573 m | 510,4 kgm |
| Besatzung, zwei Personen zu 85 kg | 170,0 kg | 1,600 m | 272,0 kgm |
| Gepäck, mehr sind nicht erlaubt | 10,0 kg | 2,300 m | 23,0 kgm |
| Kraftstoff, 90 Liter | 64,8 kg | 2,000 m | 129,6 kgm |
| Summe | 569,3 kg | — | 935,0 kgm |
935,0 geteilt durch 569,3 ergibt 1,642 m. Das liegt innerhalb des Bereichs, aber nur noch knapp zwei Zentimeter vor der hinteren Grenze — bei 30 Kilogramm Luft bis zur höchstzulässigen Masse.
Von Hand rechnen muss man das nicht: Die Weight-and-Balance-Berechnung unter Flugvorbereitung macht genau diese vier Zeilen — mit den Werten der D-MRBT und mit der Startstrecke dazu.
Warum die Masse selten das Problem ist
Alles, was zugeladen wird, sitzt hinter dem Schwerpunkt des leeren Flugzeugs. Jede Person, jeder Liter, jedes Gepäckstück schiebt den Schwerpunkt also nach hinten. Deshalb entscheidet nicht, wie viel an Bord ist, sondern wo.
Der kritische Fall ist deshalb nicht der volle Flieger. Eine leichte Person allein an Bord — 55 kg, die Mindestzuladung —, voller Tank und 10 kg im Gepäckfach ergeben nur 454,3 Kilogramm, aber einen Schwerpunkt bei 1,653 m: sieben Millimeter vor der hinteren Grenze, bei rund 145 Kilogramm Luft bis zur höchstzulässigen Masse. Läge der Leermassenschwerpunkt am hinteren Rand des Wägebereichs — 1,583 m statt 1,573 m —, käme dieselbe Beladung auf 1,660 m und damit genau an den Anschlag. Zwei Flugzeuge desselben Musters können bei gleicher Beladung verschieden ausgehen; das ist der Grund, warum der eigene Wägebericht nicht durch eine Faustregel vom Nachbarplatz zu ersetzen ist.
Die vordere Grenze trifft den, der leer fliegt
Der umgekehrte Fall wird leicht übersehen. Allein an Bord, 70 Kilogramm, zehn Liter Rest im Tank, kein Gepäck, und ein Leermassenschwerpunkt am vorderen Rand mit 1,491 m: Das ergibt 401,7 Kilogramm bei 1,519 m — fünf Millimeter vor der Grenze und damit außerhalb. Mit dem Leermassenschwerpunkt der D-MRBT (1,573 m) kommt derselbe Fall auf 1,585 m und bleibt innen. Ein Schulungsflug allein mit fast leerem Tank ist also der Fall, bei dem die vordere Begrenzung überhaupt in Reichweite kommt — und auch hier entscheidet die Wägung, nicht die Beladung.
Was zu weit vorn oder hinten bedeutet
Ein Schwerpunkt zu weit vorn macht das Flugzeug schwer und kopflastig: höhere Steuerkräfte, später wirksames Höhenruder, längere Landung. Das ist unangenehm, aber gutmütig.
Zu weit hinten ist die andere Richtung: Die Längsstabilität nimmt ab, das Flugzeug wird kippelig, reagiert überempfindlich auf Ruderausschläge und verzeiht ein Überziehen deutlich schlechter. Deshalb liegt die hintere Grenze dort, wo sie liegt — und deshalb ist ein voller Gepäckraum bei leichter Besatzung eine schlechtere Idee, als es die Waage vermuten lässt.
Der Wägebericht ist die Grundlage
Er gilt für dieses Flugzeug, in diesem Ausrüstungszustand. Ein neuer Propeller, ein eingebautes Gerät, ein anderer Sitz — und es ist neu zu wägen. Die Formel aus dem Handbuch nimmt dafür das Gewicht auf den drei Waagen: Bugrad mit dem Hebelarm 0,532 m, Hauptfahrwerk mit 1,794 m.
Was das für einen Flugtag bedeutet
- Vor dem Flug rechnen, nicht schätzen — vier Zeilen dauern zwei Minuten.
- Gepäck ist der stärkste Hebel. 10 kg sind das Maximum, und 10 kg bei 2,300 m wiegen im Moment schwerer als 10 kg auf dem Sitz.
- Kraftstoff schiebt nach hinten. Vollgetankt ist nicht automatisch der sichere Zustand.
- Beim Alleinflug mit wenig Sprit an die vordere Grenze denken.
- Nach jedem Umbau neu wägen lassen — der alte Bericht rechnet sonst mit einem Flugzeug, das es nicht mehr gibt.
Zum Merken
600 Kilogramm sind die Grenze, die auf der Waage steht. Die Grenze, die fliegt, sind 1,524 bis 1,660 Meter.