Neben den Luftraumklassen gibt es Zonen, die genau eine zusätzliche Pflicht auslösen – und nur diese eine. Sie werden regelmäßig verwechselt, dabei ist die Unterscheidung einfach: Die erste will ein Wort, die zweite einen Code, die dritte eine Entscheidung vor dem Start.

RMZ – ein Wort
Die Radio Mandatory Zone kam 2014 nach Deutschland, als Ersatz für die abgeschaffte Luftraumklasse F. Sie liegt meist um Flugplätze ohne Kontrollzone, an denen trotzdem IFR-Verkehr an- und abfliegt, und sie sorgt dafür, dass alle voneinander wissen.
- Vor dem Einflug melden: Muster, Position, Höhe und Absicht.
- Während des Fluges ständige Hörbereitschaft halten.
- Das Verlassen melden.
Was die RMZ nicht ist: eine Kontrollzone. Es gibt keine Einflugfreigabe, niemand staffelt dich, und niemand weist dir eine Höhe zu. Verkehrsinformation bekommst du – mehr aber auch nicht.
TMZ – ein Code
In der Transponder Mandatory Zone muss der Transponder mit Höhenübermittlung laufen, Mode C oder S. Der Code steht entweder auf der Karte oder wird dir von der Flugsicherung zugewiesen. Gesprochen wird nicht: Eine TMZ verlangt keinen Funk und keine Anmeldung.
Der Sinn dahinter ist derselbe wie bei der RMZ, nur mit anderen Mitteln: Der IFR-Verkehr soll dich sehen. Wer keinen geeigneten Transponder an Bord hat, muss außen herum – und das betrifft ältere Ultraleichtflugzeuge durchaus.
ED-R – eine Entscheidung
Flugbeschränkungsgebiete sind der beweglichste Teil des Luftraums. Manche gelten dauerhaft, viele nur zu bestimmten Zeiten, und der Bestand ändert sich jedes Jahr. Zum 19. März 2026 kamen etwa ED-R 18 Ahaus, ED-R 19 Gorleben, ED-R 20 Greifswald/Lubmin, ED-R 28 Annaburger Heide und ED-R 29 Schönewalde neu dazu; ED-R 39 Obrigheim entfiel, und bei Siegenburg wurde die zeitliche Wirksamkeit geändert.
Ob ein Gebiet heute aktiv ist, steht im WebAUP der DFS. Das ist derselbe Dienst, den auch das tägliche Wetterbriefing einbindet – ein Blick, der vor dem Start zwei Minuten kostet.
Ordnungswidrigkeit oder Straftat – hier trennen sich zwei Welten
Im Cockpit sieht beides gleich aus: ein Blick auf die Karte zu wenig. Rechtlich ist es ein fundamentaler Unterschied.
Kontrollierter Luftraum ohne Freigabe
Ordnungswidrigkeit
Also Luftraum C oder D und die Kontrollzone. Grundlage ist § 44 LuftVO in Verbindung mit § 58 LuftVG; verfolgt wird der Verstoß vom Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung (BAF) im Bußgeldverfahren. Der gesetzliche Rahmen reicht bis 50.000 Euro, in der Praxis bleibt es bei dreistelligen bis niedrigen vierstelligen Beträgen.
ED-R oder Luftsperrgebiet ohne Erlaubnis
Straftat
Die Gebiete selbst ordnet § 17 LuftVO an, den Einflug stellt § 62 LuftVG unter Strafe: Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder Geldstrafe, bei Fahrlässigkeit bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe bis zu 180 Tagessätzen. Ermittelt die Staatsanwaltschaft – ein Strafverfahren, kein Bußgeldverfahren.
Und die Fahrlässigkeit ist ausdrücklich mitgemeint: Wer das Gebiet schlicht übersehen hat, fällt nicht aus dem Strafrecht heraus, sondern nur in den niedrigeren Strafrahmen. Der ehrliche Irrtum macht aus der Straftat keine Ordnungswidrigkeit.
Kurz: Im Luftraum C kostet der Fehler Geld, im ED-R ein Strafverfahren.
Was das für einen Flugtag bedeutet
- Auf der Karte zuerst nach den Zonen suchen, dann nach der Route. Eine RMZ übersieht man leicht, weil sie unscheinbar gestrichelt ist.
- In der RMZ zählt das Melden, nicht das Fragen. Du bittest um nichts, du sagst nur, wer und wo du bist.
- Zonen können sich überlagern. Liegt eine TMZ über einer RMZ, gilt beides: Code setzen und melden.
- ED-R am Flugtag prüfen, nicht am Vorabend. Zeitlich begrenzte Gebiete werden kurzfristig aktiviert.
- Ohne passenden Transponder außen herum planen, statt am Rand einer TMZ zu balancieren.
Stand: September 2026. Luftraumgrenzen ändern sich regelmäßig, zuletzt zum 19. März 2026. Verbindlich sind die aktuelle ICAO-Karte und das AIP VFR – nicht diese Seite.
Zum Merken
RMZ heißt reden, TMZ heißt Code, ED-R heißt vorher entscheiden. Keine der drei ist eine Freigabe – und keine ersetzt den Blick auf die Karte.