Gesehen zu werden ist keine einzelne Frage, sondern zwei getrennte. Die Flugsicherung hört auf 1090 Megahertz, der Segelflieger im Hangflug auf 868. Wer nur eines an Bord hat, fehlt in der jeweils anderen Welt.

Stand: September 2026. Der Bereich ist in Bewegung; Pflichten ergeben sich aus dem Luftraum und aus europäischem Recht, nicht aus dem Gerätekatalog. Vor dem Flug gilt die aktuelle Karte, vor dem Einbau die Auskunft deines Prüfers.
1090 Megahertz: der Transponder
Mode S ist das, womit die Flugsicherung dich sieht. In kontrollierten Lufträumen und in jeder Transponderpflichtzone ist er vorgeschrieben; in Italien ist die gesamte FIR als TMZ ausgewiesen, dort also flächendeckend. Verkehrsflugzeuge sehen dich über ihr Kollisionswarnsystem, das denselben Kanal nutzt.
ADS-B out geht einen Schritt weiter: Statt nur zu antworten, sendet das Flugzeug seine Position aktiv aus. Pflicht ist das in Europa für den IFR-Verkehr in den Klassen A, B und C — für uns also nicht, aber es macht dich für jeden Empfänger sichtbar, der auf 1090 hört.
868 Megahertz: FLARM und ADS-L
Auf diesem Band findet die Sichtbarkeit unter Kleinflugzeugen statt. FLARM ist seit Jahren der Standard im Segelflug und in weiten Teilen der UL-Szene; ADS-L ist der neuere, offene Nachfolgestandard, den neuere Geräte ebenfalls senden. In U-Space-Lufträumen verlangt das europäische Recht elektronische Sichtbarkeit, und ADS-L ist dort ein anerkanntes Mittel.
Wichtig für die Erwartungshaltung: Die Flugsicherung sieht davon nichts. Es ist kein Radarsignal und keine Antwort auf eine Abfrage, sondern ein Signal von Luftfahrzeug zu Luftfahrzeug.
Das eine ersetzt das andere nicht
Ein FLARM im Cockpit macht dich für die Kontrollzone nicht sichtbar, und ein Transponder warnt dich nicht vor dem Segelflieger am Hang. Beide Systeme lösen verschiedene Probleme: Das eine bringt dich in die Freigabe, das andere hält dich von einem Zusammenstoß fern.
Was du auf dem Tablet siehst
Die Verkehrsanzeige in den Apps ist nur so gut wie der Empfänger, der sie füttert. Ein Gerät, das nur 868 empfängt, zeigt keine Airliner; eines, das nur 1090 empfängt, zeigt keine Segelflugzeuge. Und alles, was niemand sendet, erscheint nirgends — der schwarze Doppeldecker ohne Strom bleibt unsichtbar.
Daraus folgt die einzige belastbare Regel: Die Anzeige ergänzt den Blick nach draußen, sie ersetzt ihn nicht.
Classic FLARM und das Support-Ende
Für die erste FLARM-Generation ist der Support zum 30. September 2026 ausgelaufen. Die Geräte warnen weiter, bekommen aber keine Aktualisierungen und keine neuen Hindernisdaten mehr. Wer ein solches Gerät an Bord hat, sollte wissen, dass er ein eingefrorenes System fliegt.
Was das für einen Flugtag bedeutet
- Transponder an, sobald die Karte es verlangt — und in Italien von der Grenze an.
- Code 7000, solange dich niemand betreut, und den zugewiesenen Code, sobald du betreut wirst.
- Wissen, was dein Empfänger kann. Eine leere Verkehrsanzeige heißt nicht, dass der Himmel leer ist.
- Am Hang und in der Platzrunde zählt 868, nicht 1090.
- Einbau und Prüfung gehören zum Gerät. Was sendet, muss zugelassen und richtig codiert sein.
Zum Merken
1090 ist für die Flugsicherung, 868 für den Verkehr neben dir. Beides zusammen ergibt ein Bild, keines allein.