Der Höhenmesser ist ein Barometer mit einer Höhenskala. Er misst keinen Abstand zum Boden, sondern Luftdruck – und alles, was den Druck verändert, verändert die Anzeige. Deshalb müssen drei Dinge stimmen: die Einstellung vor dem Start, die Druckänderung unterwegs und die Temperatur.

Die drei Einstellungen

Am Rändelknopf stellt man ein, auf welchen Bezugsdruck sich die Anzeige beziehen soll. Drei Werte sind gebräuchlich, und sie beantworten drei verschiedene Fragen.

QNH, QFE und Standarddruck 1013 hPa am selben Platz im Vergleich
  • QNH – der auf Meereshöhe umgerechnete Druck. Am Boden zeigt der Höhenmesser die Platzhöhe über NN. Das ist die Einstellung für den VFR-Flug, und Geländehöhen wie Luftraumgrenzen sind auf sie bezogen.
  • QFE – der Druck am Platz selbst. Am Boden steht die Anzeige auf null. In Deutschland unüblich, im Segelflug und im Ausland trifft man es noch an.
  • 1013,25 hPa – der Standarddruck. Oberhalb der Transition Altitude fliegen alle nach derselben Skala, damit die Staffelung untereinander stimmt. In Deutschland liegt sie meist bei 5 000 ft; in den Nachbarländern gelten andere Werte, sie stehen in der Karte.

Die Kontrolle vor dem Start ist so selbstverständlich wie der Ölstand: QNH einstellen, und der Zeiger muss die Platzhöhe zeigen. Weicht er um mehr als etwa 50 ft ab, stimmt entweder der Wert nicht oder das Gerät.

Zwei Fehler, die sich addieren

Zwei Effekte lassen die Anzeige zu groß ausfallen, und beide zeigen in dieselbe Richtung: Du bist tiefer, als der Zeiger sagt. Am Instrument ist keiner von beiden zu sehen.

Druckabfall und kalte Luft lassen den Höhenmesser zu viel anzeigen
  • Fallender Druck – 1 hPa entspricht rund 27 ft. Fliegst du aus einem Hoch mit 1023 hPa in ein Tief mit 1003 hPa, ohne das QNH nachzustellen, bekommst du gut 540 ft zu viel angezeigt.
  • Kalte Luft – die Skala ist für die Standardatmosphäre geeicht. Je Grad unter ISA fehlen rund 4 ft je 1 000 ft über der Bezugsfläche. Bei 15 Grad unter ISA und 4 000 ft sind das etwa 240 ft.
  • Beides zusammen – ein kalter Wintertag mit fallendem Druck ist der ungünstigste Fall, und genau dann fliegt man gern über die verschneiten Berge.

Was das für einen Flugtag bedeutet

  • QNH vor jedem Start neu setzen und gegen die Platzhöhe prüfen. Der Wert von gestern ist heute falsch.
  • Zu hoch eingestellt ist das Terrainproblem, zu niedrig das Luftraumproblem. Ein zu hohes QNH zeigt mehr Höhe an, als du hast; ein zu niedriges lässt dich höher fliegen als gedacht. Unter der Münchner TMA ist die zweite Richtung die teure.
  • Auf längeren Strecken das QNH unterwegs aktualisieren, über ATIS oder FIS. Zwei Druckgebiete auf 200 km Strecke sind nichts Ungewöhnliches.
  • Im Winter über den Bergen Zuschlag rechnen. Mindesthöhen sind Anzeigen, keine Wirklichkeit – eine Passquerung mit knapper Reserve ist bei minus zehn Grad keine knappe Reserve mehr.
  • Beim Grenzübertritt ändert sich die Transition Altitude. Österreich und die Schweiz rechnen anders als Deutschland.

Zum Merken

Der Höhenmesser zeigt Druck, nicht Höhe. Vom Hoch ins Tief und von warm nach kalt fliegst du tiefer, als der Zeiger sagt.